Bewerberanalyse / Bewerberprüfung / Bewerbungsbetrug / Anstellungsbetrug

Mit Zunahme der technischen Möglichkeiten wird es zunehmend leichter für Bewerber, Zeugnisse zu fälschen oder sich solche gleich selbst auszustellen. Wer nicht selbst fälschen will, bedient sich entsprechender "Dienstleister". Sogenannte "Titelmühlen" mit Sitz im Ausland bieten unverhohlen ihre Dienste an. Rund jedes zehnte Unternehmen wurde in den letzten Jahren Opfer von Bewerbungsbetrügern. Dabei dürfte dies nur die Spitze des Eisberges sein. Liegt es doch im Charakter des Betruges, nicht entdeckt zu werden. Hohe Dunkelziffern bestätigen dies regelmäßig. Dabei geht es zumeist nicht um Posten in den unteren Hierarchien, sondern in der Mehrzahl um Stellen ab dem mittleren Management aufwärts.

Wir prüfen Bewerbungen auf kritische Merkmale. Prüfungen sind möglich

  •   zur Echtheit der Dokumente
  •   zur Plausibilität der Dokumente
  •   auf tatsächliches Bestehen der in den Zeugnissen aufgeführten Schulen oder ehemalige Arbeitgeber
  •   auf Anerkenntnis bzw. Akkreditierung der angegebenen Hochschulen und deren Abschlüsse
  •   durch Rückfragen bei alten Arbeitgebern
  •   durch Rückfragen im Umfeld des Bewerbers
  •   in "Social Networks" (kann im Rahmen des Inkrafttretens des neuen BDSG zu 2012 eingeschränkt werden)
  •   zu den wirtschaftlichen Verhältnissen

und weitere. Optional möglich sind umfassende

  • betriebsgraphologische Gutachten
  • Integritätstests
  • Prüfungen in einem Assessmentcenter

sowie i. d. R. dreitägige Schulungen von Personalverantwortlichen in der Durchführung von Bewerberinterviews.

Das Bundeswirtschaftsministerium gibt weitere Ratschläge zum Geheimschutz in der Wirtschaft. Ist Ihr Unternehmen in das Geheimschutzverfahren eingebunden, sind Sie u. U. zur Überprüfung bestimmter Bewerber verpflichtet. Beispielhaft genannt seien Bewerber, die im Rahmen öffentlicher Aufträge Zugang zu Verschlußsachen haben oder sich verschaffen können.

Preis nach Aufwand

Das LAG Nürnberg zu einem Anstellungsbetrug und der Klage des Betrügers auf Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses: 9 Sa 400/05:

Leitsatz:

Erschleicht sich der Bewerber die Einstellung bei einer Berufsgenossenschaft als Technischer Aufsichtsbeamter im Status eines Dienstordnungs-Angestellten durch die Vorlage eines gefälschten Diplomzeugnisses und Hochschuldiploms, kann die Bestellung bei Verweisung der Dienstordnung auf Bestimmungen der Bundesbeamtengesetzes gemäß § 12 Abs. 1 Ziffer 1 BBG zurückgenommen bzw. die arbeitsvertraglichen Beziehungen gemäß § 123 Abs. 1 BGB angefochten werden, selbst wenn das Vertragsverhältnis bereits über viele Jahre bestanden hat.

Quelle: Landesarbeitgericht Nürnberg

Az.: 9 Sa 400/05 Link:

Urteil im Volltext auf www.arbg.bayern.de



und das Amtsgericht Düsseldorf zum Anstellungsbetrug eines Juristen mit anschließender Verurteilung zu zehn Monaten auf Bewährung: 114 Ds 20 Js 1798/10 - 190/10:

Ein Jurist hatte sich immer wieder Absagen zu seinen Bewerbungen eingehandelt. Seine Examensnote war schlicht nicht "ausreichend". Nach kurzer Frisierung der Selbigen in befriedigend klappte es schließlich. Die Rechnung dafür schrieb das Amtsgericht Düsseldorf: zehn Monate Haft auf Bewährung.

Quelle: Kostenlose Urteile / ra-Online

Az. 114 Ds 20 Js 1798/10 - 190/10

Link zur Quelle: Kostenlose Urteile