Anti Fraud Management

Wirtschaftskriminalität, Sabotage, Spionage und Informationsabflüsse stellen ein immer größeres Problem in Unternehmen dar. Dabei ist es nicht nur die gefühlte Zunahme der Risikien, sondern auch der Wettbewerb, der die Enrscheider zu Gegenmaßnahmen zwingt. Es ist nicht zwingend der zumeist einfach forensisch nachweisbare Griff in die Kasse der zu Vermögensverlusten führt. Häufig werden die Taten verschleiert und sind nicht direkt nachweisbar. Warnsignale oder Red Flags können sein

  • Zunahme des "Overhead", d. H. nicht erklärbare Mehrausgaben für administrative Tätigkeiten,
  • Zunahme von Kundenbeschwerden,
  • Zunahme von Beschwerden über die Zahlungsmoral,
  • überproportionale Beauftragung bestimmter Unternehmen,
  • häufige Missachtung interner Regelungen,
  • Wesensveränderung bei Mitarbeitern (Auto, Haus, Boot, usw.),
  • Zunahme "nicht substantiierter" anonymer Hinweise,
  • zunehmende Unzufriedenheit in der Belegschaft,
  • erhöhte Inventurdifferenzen, "Verschiebung" von Kennzahlen

Das Anti Fraud Managment ist präzisiert ein Teilkonzept im Sicherheitskonzept eines Unternehmens und somit essentieller Bestandteil der Unternehmenssicherheit.

Studien zufolge werden von Unternehmen die Gründe für dolose Handlungen zunächst bei der Täterpersönlichkeit gesucht werden. Fehlendes Unrechtsbewusstsein (63%), finanzielle Anreize (61%) und leichte Verführbarkeit (38%) seien die Hauptgründe, so die befragten Unternehmen. Mangelnde interne Kontrolle und Sicherheitsmaßnahmen (31%) spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle (Bussmann, Kai-D. : Wirtschaftskriminalität und Unternehmenskultur. In: Wirtschaftskriminalität 2010, S. 57 - 81).

Demgegenüber steht die Studie von Schöch und Schreiber, dernach im Rahmen der Untersuchung zur Generalpräventionswirkung des Strafrechts der Höhe der Entdeckungswahrscheinlichkeit eine stärkere Bedeutung zukommt als der der angedrohten Strafe (Schöch, Empirische Grundlagen der Generalprävention, in: Vogler (Hrsg.), Festschrift für Jescheck,Band 2, 1985, 1081, 1090).

Wesentliches Ziel eines Anti Fraud Management Systems ist nicht die kriminalistische (gerichtsverwertbar) Untersuchung von Schadensfällen, sondern die Abwehr von Schadensfällen. Besondere Bedeutung haben somit die präventiv wirkenden taktischen Maßnahmen. Ein funktionierendes Anti Fraud Management System besteht im Wesentlichen aus den drei Komponeneten

  1. Vorbeugen -> Fraud Prevention
  2. Aufdecken -> Fraud Detection
  3. Aufarbeiten -> Fraud Investigation.

Mitunter wird der ständige Verbesserungsprozess als vierte Komponente aufgeführt. Die Komponenten greifen oft ineinander über, so dass eine Unterscheidung häufig schwer fällt. So wirken operative bzw. operativ-analytische Tätigkeiten im Bereich Fraud Detection und Fraud Investigation auch präventiv, da sie die Aufdeckungs-, die Verfolgungs- und damit auch die Sanktionswahrscheinlichkeit erhöhen.

Auf unseren Seiten erhalten Sie einen kurzen Überblick über mögliche Tätigkeiten und implementierbare Systeme zur Vermeidung und Bekämpfung delinquenten Verhaltens.